Ein Blick in die Nach-Coronazeit

Wie wird die Welt nach Corona aussehen? Kein Mensch weiß das, zumal wir nicht einmal sicher sagen können, ob es „nach Corona“ überhaupt geben wird und wann dies sein könnte. In einem Jahr, in zwei, in fünf?

Zweifellos wird „nach Corona“ vieles unwiederbringlich verloren sein. Menschenleben, aber auch wirtschaftliche und kulturelle Güter. Die Welt wird nicht mehr so sein, wie sie einmal war. Aber viele sagen auch, das sei gut so. Weil wir bereits am Abgrund standen und nicht mehr so weitermachen konnten. Immer noch schneller, immer noch mehr Wachstum, das konnte nicht gut gehen.

Und so schwingt bei vielen auch eine leise Hoffnung mit, dass die Welt nach Corona eine bessere sein wird. Eine nachhaltigere, eine solidarischere. Aber es ist keineswegs selbstverständlich, dass es so kommt. Das wird kein Selbstläufer. Und schon jetzt zeigt sich, dass jenen, die Aufbauhilfen mit Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit verknüpfen wollen, diejenigen gegenüberstehen, die zu Maßnahmen greifen wollen, die sich früher einmal bewährt haben, die aber längst nicht mehr zeitgemäß sind: Abwrackprämien etwa oder das Aussetzen von Klimazielen.

Die Welt nach Corona könnte eine bessere sein. Es könnte aber auch sein, dass die Zerstörung der Welt und die Spaltung in den Gesellschaften noch zunehmen werden.

Deshalb müssen wir alle unsere Energien bündeln und unseren Mut zusammennehmen, um kreative und nachhaltige Lösungen zu finden, die die Welt zu einem besseren, nachhaltigeren, achtsameren Ort machen. Eine Welt, in der Solidarität wichtiger ist als Individualismus, innerer Wandel bedeutender als wirtschaftlicher Erfolg. In der wir mit der Natur leben und nicht gegen sie.

Deshalb möchten wir der Vision einer nachhaltigeren Welt noch die Vision einer achtsameren Welt hinzufügen und folgende Fragen stellen:

Wie würde wohl eine Welt aussehen, in der fast alle Menschen regelmäßig Yoga üben und meditieren? Wo es schon für die ganz Kleinen selbstverständlich ist, Achtsamkeit zu praktizieren, weil es ihnen in den Schulen beigebracht wird? Eine Welt, in der die meisten Menschen die Werkzeuge kennen und nutzen, die Balance und Gesundheit in ihr Leben bringen?

Das ist ein langer Weg, keine Frage. Aber wir könnten jetzt damit beginnen, einen ersten Samen zu legen. Wie wäre es also, wenn wir nicht nur die Yogastudios öffnen, um den ohnehin schon Yoga-affinen Menschen die Chance zu geben, ihre Praxis wieder aufzunehmen, sondern mit Yoga in die Öffentlichkeit gingen? Wenn es ausgewiesene Yoga-Areas in den wunderschönen Parks unserer Städte gäbe, in denen regelmäßig Kurse abgehalten würden? Offiziell unterstützt und beworben von den Kommunen?

Die Menschen würden sehen: Aha, es gibt nicht nur Beschränkungen, sondern auch ein Angebot, das uns hilft, besser mit dieser neuen Normalität klarzukommen. Und wir würden Menschen anderer sozialer Schichten erreichen, die normalerweise nicht den Weg in ein Yogastudio finden, die aber ebenso das Recht auf körperliche und mentale Gesundheit haben, auf psychisches, physisches und soziales Wohlbefinden, wie alle anderen Menschen auch.